9. September 2021

Hochsensibilität im Business

Heute melde ich mich mit einem – im wahrsten Sinne des Wortes - sensiblen Thema zu Wort. Ich habe lange mit mir gehadert, aber in den letzten Wochen ist mir immer mehr bewusst geworden, dass ich mich mit meinem Business als Virtuelle Assistenz neu positionieren muss – nein, möchte!
 
Das betrifft nicht mein Leistungsangebot, sondern meine Zielgruppe. Bisher war das so ein bisschen Wischiwaschi, weil man sich am Anfang seines Business ja nicht zu sehr einschränken und möglichst viele Kunden:innen gewinnen möchte.

Doch in den letzten Monaten hat sich herauskristallisiert, welche Art Kunden:innen ich ansprechen möchte bzw. sich von mir bereits angesprochen fühlen:

  •    hochsensible Soloselbständige und Unternehmer:innen

 
Häh? Hochsensibel? Ich sehe schon die Fragezeichen  über manchen Köpfen!

Vorab, bevor ich das jetzt weiter ausführe: Ich bin selbst hochsensibel!

Was bedeutet das? Nun, Hochsensible nehmen unter anderem Reize viel intensiver wahr, negative (wie Lärm, Enge…) sowie positive (z. B. schöne Musik, Bilder…), was uns schnell überfordern kann. Dort wo andere mutig vorwärtspreschen, wägen wir alles bis ins kleinste Detail ab (manchmal zu penibel, manchmal zu ängstlich). Ich selbst bitte auch ungern um Hilfe, weil ich immer denke, alles allein machen zu müssen (sonst wirkt man ja schwach…). Ich nehme vieles zu schnell persönlich (vor allem Kritik) usw. Konflikten gehe ich weitestgehend aus dem Weg - ich bin sehr harmoniebedürftig. Oft fühle ich mich nicht wertvoll und nicht gut genug. Und dann ist da noch der Drang zum Perfektionismus  – das kann motivierend, aber auch belastend sein, denn wer ist schon perfekt?
 
Die Hochsensibilität hat unterschiedliche Ausprägungen, aber das führt jetzt zu weit (wer näheres erfahren möchte: es gibt jede Menge interessante Literatur über dieses Thema).
Für manche kommt es vielleicht überraschend, dass ich mich nun als hochsensibel „oute“, andere wissen, dass ich schon immer etwas „anders“ war und bin. Ich war schon immer gut darin, eine Maske  anzuziehen, mich zu verstellen, damit man mir meine Sensibilität, mein „Anderssein“ nicht anmerkt. Das ist aber scheiße anstrengend, das tut mir nicht gut und da hab ich keine Böcke mehr drauf!

Die Hochsensibilität begleitet mich mein ganzes Leben, doch erst seit kurzem ist mir bewusst, was das eigentlich ist und für mich bedeutet. Schon als Kind war ich immer das „Sensibelchen“, immer nah am Wasser gebaut, ein Mama-Kind, anhänglich, introvertiert, schüchtern, leise. Ich spielte nicht gerne mit anderen Kindern, war eher die, die lieber allein spielte, sich zum Lesen, Schreiben oder Malen zurückzog. Ich lebte gerne in meiner eigenen Fantasiewelt. Und das zog sich auch bis ins Teenager-Alter, was gar nicht so einfach war.

Auch jetzt als Erwachsene, als Ehefrau und Mutter zweier Kinder ist die Hochsensibilität eine Herausforderung, mit der ich aber jeden Tag wachse – jetzt da ich weiß, wie ich damit umzugehen habe. Es ist wichtig auf meine Gefühle zu achten, auf Warnsignale des Körpers. Achtsamkeit und Selbstfürsorge (lange vernachlässigt) sind immens wichtig.
 
Das hier zu schreiben, kostet mich große Überwindung, denn da ist wieder die Angst, was andere denken könnten. Sieht man mich jetzt als schwach? Wie kann ICH denn SO ein Business führen?
 
Aber, als Hochsensible bin ich stärker, als man annimmt, weil ich viel mehr mit Alltäglichkeiten zu kämpfen habe. Außerdem habe ich gelernt die Hochsensibilität zum Positiven für mich zu nutzen. Was mich ausmacht sind Kreativität, eine gute Vorstellungskraft (was ich beim Malen oder Schreiben auslebe) und Sinn für Ästhetik, ich habe eine ausgesprochen gute Auffassungsgabe, ich kann mir Details sehr gut merken und verfüge über sehr gute analytische Fähigkeiten.
 
Stille Wasser sind angeblich tief
 
Pui! Worauf will ich jetzt eigentlich hinaus? Lange Rede kurzer Sinn:
Für hochsensible Soloselbständige und Unternehmer:innen ist es eine noch größere Herausforderung ein Business zu führen. Höher, schneller, weiter ist nicht unser Ding (zumindest nicht meines). Wettbewerb, sich ständig zeigen müssen, Kundenakquise usw. stresst uns oft. Wir sind nicht laut, wir sind leise. Daher benötigen meiner Meinung nach hochsensible Selbständige und Unternehmer:innen Unterstützung von jemandem mit viel Feingefühl und Verständnis für ihre Hochsensibilität.
 
Und das bringe ich mit! Denn, nur wer selbst hochsensibel ist, weiß wie Hochsensible „ticken“.
Also, wenn ihr jetzt noch am Ball seid und nicht vorher schon „abgeschaltet“ habt: Wenn hier hochsensible Soloselbständige und Unternehmer:innen sind, die sich bisher noch nicht getraut haben, Hilfe einer Virtuellen Assistenz für ihr Business in Anspruch zu nehmen und die sich jetzt von mir angesprochen fühlen:

Ich helfe dir, mit deinem Business ganz nach deinen Bedürfnissen, ganz in deinem Tempo - egal ob du Unterstützung im Backoffice benötigst, Hilfe bei deiner Website oder bei Social Media Projekten.
 
Und wenn du das Bedürfnis hast, dich zurückzuziehen, dann habe ich Verständnis.
 
Gemeinsam wuppen wir das! Nicht laut, sondern leise…


14. August 2021

Sichtbarkeit und Präsenz

"Du MUSST sichtbar sein! Du MUSST präsent sein!"

Und das am besten 24 Stunden und 7 Tage die Woche… 🙄 

 

Wenn man so am Anfang seines Business steht, kommen ja von allen Seiten immer gutgemeinte Ratschläge. Am besten sind die ungefragten Ratschläge von wildfremden Menschen, die dich nicht kennen, aber die DIR dann sagen wollen, wie DEIN Business am besten funktioniert und was DU alles tun MUSST. Funnel hier, Newsletter da, und da noch ein supergeiles Webinar für läppische 1.999 € (danach verdienst du garantiert 100k € im Jahr… 😝) usw.

Ich hatte schon nach einigen Wochen gemerkt: ICH weiß am besten wie MEIN Business funktioniert. Ich will mich nicht mehr mit jedem Hinz und Kunz vernetzen, nur weil es heißt: das macht man halt so und du MUSST. Denn nur mit vielen Kontakten bekommst du viele Kunden. 

Ehrlich? Fuck off! Ich will nicht meine wertvolle Zeit dafür opfern, hunderte Kontakte auf sämtlichen sozialen Netzwerken zu knüpfen, von denen ich höchstwahrscheinlich Null Mehrwert für mich und mein Business habe. Stattdessen werde ich dann mit hunderten (für mich meist unnützen) Blogartikeln überschwemmt. Daraus folgt: auch hier sollte ich am besten mitmachen!

Blogge hier, poste da! Gib zu allem deinen Senf, Hauptsache, du fällst auf und man sieht dich. Ich sage, man „sieht“ mich nicht, nur weil ich einen Post über ein abgelutschtes Thema schreibe. Mag sein, dass das für andere funktioniert, für mich nicht. Ich will mich nicht verbiegen, um täglich irgendwas rauszukloppen, nur damit man auf mich aufmerksam wird. Das bin nicht ich! 

MEIN Business soll authentisch – nein, echt sein - es soll mich reflektieren. Gerne schreibe ich über Themen, von denen ich Ahnung habe und die anderen vielleicht helfen – für ihr eigenes Business. Manchmal öffne ich mich auch, schreibe über meinen Alltag, um anderen zu zeigen, wer hinter der virtuellen Assistenz Nadine Schackmann steckt. Aber täglich irgendwas posten? Ehrlich, mich nervt das.

Ich habe in den letzten Wochen so viele liebe Menschen kennengelernt, in einer wundervollen Online-Community. Menschen, die ähnlich ticken wie ich und die ebenso kämpfen, ihr Business aufzubauen. Man tauscht sich aus, hilft sich gegenseitig, weil man in ähnlicher Situation ist – das ist prima! So entstehen echte Kontakte mit Mehrwert. Ich filtere jetzt gezielt in den Sozialen Medien, ich nehme nicht jede Einladung an (sorry, ihr Single-Männer aus den USA 🤷‍♀️), ich vernetze mich mit Personen, die ich interessant finde. Ich mag auch nicht mehr von irgendwelchen Business-Coaches angehauen werden, von denen jeder zu wissen glaubt, was gut für mich ist. 

Wenn ich Hilfe oder Ratschläge brauche, dann frage ich mir vertraute, kompetente Personen, die wissen, wie ich ticke. Denn Lösungen von der Stange funktionieren nicht für jedes Business… 

Ich mache MEIN Ding, ich mache, was sich gut für mich und mein Business anfühlt.

Vielleicht schreibe ich bald wieder… dann, wenn ICH es will 😉.

4. August 2021

Mein Business, ein Gemischtwarenladen

Ich wurde einmal darauf angesprochen, ob ich denn als virtuelle Assistenz nicht zu viele Leistungen anbiete und es nicht besser wäre mich auf einen bestimmten Bereich zu spezialisieren .

Ich musste gar nicht lange darüber nachdenken – für mich ein klares Nein!

Ich vergleiche es so:

Ich bin Mama von zwei kleinen Jungs, d. h. ich muss für einen Vier-Personen-Haushalt einkaufen. Es muss schnell gehen und unkompliziert sein. Wohin gehe ich nun also zum Einkaufen? Fahre ich erst zur Metzgerei, dann in den Obst- und Gemüseladen, hinterher zum Bäcker? Ah ja, und dann noch zur Drogerie! Na gut, manchmal schon , aber meistens fahre ich dorthin, wo ich alles bekomme, was ich für den täglichen Bedarf benötige. Und die Quantität tut der Qualität hier keinen Abbruch. 

Und so ist es in meinem Business: ich sehe mich als einen gut sortieren Gemischtwarenladen (Aber ich bin kein Discounter! No, no, no! ). Ich habe ein breiteres Sortiment von guter Qualität zu fairen Preisen (habe ich mal gehört ;-)).

Davon profitieren auch meine Kunden:innen, denn die haben nicht nur eine „Baustelle“ in ihrem Business! Nein, es fallen viele unterschiedliche Aufgaben an und ich kann sie ihnen alle abnehmen (nicht nur einen Teilbereich), weil ich nun mal breit aufgestellt bin . 

Meine Spezialisierung ist, dass ich nicht spezialisiert bin – hat doch was, oder?

28. Juni 2021

Mama, was arbeitest du?

Heute morgen musste ich meinen ältesten Sohn wegen Schnupfnase  aus der Kita Zuhause lassen. 
Da meinte er: "Cool, Mama, dann sehe ich ja wie du arbeitest!" 
Er meinte damit meine selbstständige Tätigkeit, die ich ja zum größten Teil von Zuhause aus mache und von der er noch nicht so viel mitbekommen hat.

Als er noch klein war, war ich noch in einem Angestelltenverhältnis. Normal war morgens zeitig  aufzustehen, hastig fertig machen, Sohn in die Kita bringen und ins Büro düsen. Mein Sohn wusste, Mama und Papa arbeiten. 

Dann war ich in Elternzeit mit Sohn #2. Ich war zwei Jahre Zuhause, für die Kids und den Haushalt zuständig. Das war dann irgendwann Normalität für die Kinder. Mama ist Zuhause. 

Doch dann endete die Elternzeit und ich beschloss mich selbstständig zu machen. Doch mein Ältester hatte das nicht so ganz registriert, dass ich nun wieder arbeite. Mama ist ja schließlich Zuhause, fährt nicht ins Büro. 

Jetzt hat er heute morgen mal live mitbekommen, wie mein Arbeitsalltag neuerdings aussieht. Ich habe den jüngsten erst in die Kita gebracht, dann schnell mit dem großen gefrühstückt, Laptop  auf und los ging's! Zwischenzeitlich hat der Große gespielt, kurz mal ferngesehen, ist mal in seinem Zimmer verschwunden zum Hörspiel hören. Ab und zu kam er mal und lugte neugierig über meine Schulter. Dann habe ich ihm erklärt, was ich gerade mache und habe ihm die Programme gezeigt, mit denen ich arbeite. Fand er spannend! 

Um 13 Uhr war dann erst mal Feierabend... zumindest was die Kundenprojekte angeht... schnell noch was zu Essen gemacht, dann noch etwas Hausarbeit erledigt und den Kleinen von der Kita abgeholt.

Jetzt weiß Sohnemann, dass Mama arbeitet und auch was . 


Bildquelle: <a href="https://lnkd.in/ez3nJzz">Frau Vektor erstellt von freepik - de.freepik.com</a>

17. Juni 2021

„Hör auf deine innere Stimme!“ 

Dieser Satz begleitet mich schon mein ganzes Leben! Oft, zu oft, habe ich nicht darauf gehört - zumindest was meine berufliche Laufbahn betrifft. Lieber bin ich meinem Kopf gefolgt, meinem Verstand, der Vernunft. Weil es ‚logisch‘ war. Obwohl ich meinem Gefühl immer trauen konnte und kann. 

Bin ich meinem Kopf gefolgt, weil es ja ‚vernünftig‘ ist, war es oft der falsche Weg! Es fühlte sich nie gut an, wenn ich nicht meinem Herzen gefolgt bin, meiner inneren Stimme.

In die Selbstständigkeit zu gehen, war ein innerer Impuls. Ich wollte selbst bestimmt sein, flexibel, mein eigener Chef. Ich stellte mich meiner Angst, handelte entgegen meiner ‚Vernunft‘ und hörte mal auf mein inneres Ich. Auf die kleine Stimme, die sagte: „Trau dich, du feiges Huhn!“ 

Ja, es kann riskant sein, ja vielleicht klappt es nicht – aber, hey, wenn ich es nicht versuche, werde ich es nie erfahren! Vielleicht kann ich fallen, aber vielleicht kann ich auch fliegen! 

Und nun habe mich sogar getraut einen Auftrag abzulehnen! War es vernünftig? Keine Ahnung! Aber ich hatte kein ‚gutes Gefühl‘! Ich fühlte mich nicht wohl. Irgendwas sagte mir, das ist nicht das richtige. Wie sagt man auch: es fehlte die ‚Chemie‘. Natürlich bedeutete es, auf Einnahmen zu verzichten, aber letzten Endes war es für mich die richtige Entscheidung. Denn wenn die ‚Chemie‘ nicht stimmt, bin nicht nur ich irgendwann unglücklich, sondern mein:e Auftraggeber:innen auch! Es muss passen – beiderseitig! 

Ich vergleiche es mal mit einer Partnerschaft: auch hier muss es passen, man muss miteinander harmonieren können, Kompromisse eingehen, gemeinsame Vorstellungen und Ziele haben. Natürlich gibt es auch mal Differenzen, Diskussionen und unterschiedliche Meinungen, aber wenn die ‚Chemie‘ stimmt, dann kann man miteinander reden. Man hört sich gegenseitig zu, versteht einander, versucht gemeinsam eine Lösung zu finden.

In diesem Sinne: ich höre ab sofort öfters auf mein inneres Ich – denn die Erfahrung hat gezeigt: es hat sich nie geirrt!

Wie handelt ihr so? Seid ihr mehr Kopfmensch oder Herzmensch?

10. Juni 2021

Schreiben und Business

Was viele nicht wissen: ich schreibe auch. Ich bin Autorin  – zumindest Teilzeitautorin, wie es meine Zeit und auch meine Muse erlaubt . 

2017 habe ich mich nach langer Überlegung getraut, meinen ersten Fantasyroman zu veröffentlichen. Einfach so! Ohne professionelles Korrektorat oder Lektorat. In Eigenregie über Selfpublishing. Er ist nicht perfekt, aber darauf kam es mir nicht an. Ich wollte einfach nur meine Geschichte teilen. Eine Fantasy-Geschichte, verknüpft mit etwas Horror und Erotik, mit Protagonisten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, die aber dennoch eine Gemeinsamkeit verbindet. Und diese Geschichte ist über Jahre entstanden ist. Hier drin , in meinem Kopf und kam aus meiner "Feder".

Warum erzähle ich das? Was hat das mit meinem Business zu tun🤷‍? Im ersten Moment vielleicht gar nichts. Ich war schon immer der Typ, der Business von Privatem trennt, aber was mir jetzt immer mehr bewusst wird: auch das Schreiben, das Geschichten erfinden, das Kreieren ist ein Teil von mir, macht mich aus als Person, gehört zu mir, vervollständigt mich.

Ich bin nicht nur die Virtuelle Assistentin, die strukturiert an ihren Projekten arbeitet. Nein, ich bin auch Mutter, Ehefrau und ich bin auch ein kleiner Nerd: ich mag Fantasy , ich mag es in unbekannte mystische Welten abzutauchen. Und ich liebe das Schreiben: das ist für mich eine Auszeit, aus der ich Kraft schöpfe und vielleicht sogar Inspiration für mein Business. 

Ich bin nicht nur die Nadine, die - wie auf meinen Flyern - Bluse und Blazer trägt (die, die mich kennen, wissen das )! Sondern ich bin auch die, die eine Fantasiewelt kreiert, die innerlich manchmal Kriegerin  und manchmal Zauberin  ist.

Das kommt auch dem Business zugute: denn auch hier muss ich kämpfen und manchmal zaubern können 

Was will ich nun damit sagen? Ein Mensch besteht aus vielen Facetten, die ihn einzigartig machen. Ein Bild sagt noch lange nichts über einen Menschen aus! Stille Wasser sind tief!

Ich bin ich und ich kann alles sein!

Wer bist du?

27. Mai 2021

Was ist eine Virtuelle Assistenz?

Ich habe es gewagt, meine Komfortzone zu verlassen ;-)
In diesem Video erzähle ich ein bisschen über mich und mein Business.